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Geopolitics and the Ethics of Finance and Trade

Veranstaltungsbericht

Hayek Institut

Die 7. Transatlantische Konferenz zu den ethischen Aspekten von Wirtschaft, Handel und globaler Governance widmete sich den drängenden Fragen der Geopolitik, Finanzpolitik und Ethik. Experten wie S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein und Prof. Dr. Robert Holzmann boten tiefgehende Analysen zu Themen wie globalen Handelsrouten, Sanktionen und unkonventioneller Geldpolitik.

Am 9. Und 10. Jänner 2025 trafen im Stift Klosterneuburg junge Wissenschaftler international anerkannte Experten wie Prof. Dr. Robert Holzmann, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank und S.D. Mag. Michael Prinz von und zu Liechtenstein vom Geopolitical Information Service. Die Kernthemen der Konferenz umfassten die Bereiche der Geopolitik, Finanz, Ethik, und Markoökonomie. Geopolitische Ereignisse und deren Auswirkungen in der Finanzpolitik wurden ihrer großen Bedeutung und ihren vielfältigen Folgen entsprechend umfassend und aus der Perspektive verschiedener Fachrichtungen behandelt.

Die Konferenz wurde bereits zum 7. Mal ausgetragen, dieses Mal unter organisatorischer Mithilfe folgender Institutionen: Universität Wien, Hayek Institut Wien, Center for Ethics in Society am Saint Anselm College in New Hampshire, USA, und University of St. Andrews in Edinburgh, Schottland. Der intensive Austausch der Teilnehmer aus 15 Ländern führte unmittelbar auch zu neuen Kooperationen.

Zur Eröffnung trug S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein über geopolitische Szenarien und deren Möglichkeiten und Risiken im globalen Kontext vor.  Er ging vertiefend auf die Geschehnisse rund um die Wiederwahl Donald Trumps ein und deren Auswirkungen auf das geopolitische Gefüge. Die Auswirkungen der America-First policies auf das Verhältnis zu den Verbündeten wurden dabei besonders in Bezug auf das Süd-Chinesische Meer beleuchtet. Liechtenstein zeigte dabei die Schwierigkeiten für die USA auf, U.S.-Interessen weiter in der Region effektiv zu vertreten, während eine Re-Patriatisierung und eine Konsolidierung der U.S. Streitkräfte im Gange ist. Denn die Anrainerstaaten rund um China fühlen sich zusehends bedroht und sind auf militärische Unterstützung seitens der USA angewiesen.

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Eine Folge der anzunehmenden Verlängerung der Schmelzperioden in der Nordpolarregion und damit einhergehender längerer Nutzungsmöglichkeit der Schifffahrtskorridore, ist der Wettbewerb um die Vorherrschaft zwischen Russland, China und den USA um die Erschließung neuer und kürzerer Handelsrouten, die von strategischer Bedeutung sind.

Der zweite Konferenztag stand ganz im Zeichen der ökonomischen und finanzpolitischen Folgen geopolitischer Ereignisse. Dies umfasste das effektive Krisenmanagement geopolitischer Krisen in Bezug auf Sanktionen und deren ethischen Implikationen. Vortragende aus der ganzen Welt, von Hong Kong über die USA, Türkei, Syrien, Rumänien, Spanien, Süd-Afrika, Österreich, Ungarn, Niederlande, Schottland und China bis Polen trugen zu einer sehr spannenden und angeregten Diskussion bei. Das Zusammenkommen von verschiedenen Disziplinen, wie Finanzwirtschaft, Philosophie und Politikwissenschaft generierte dabei eine facettenreiche Übersicht über die Auswirkungen der derzeitigen geopolitischen Lage. Die Panels wurden von Prof. Dr. Thomas Gehrig, von der Universität Wien, und Dr. Stephan Unger, Professor am St. Anselm College und Senior Research Fellow am Hayek-Institut Wien, geleitet.

Besonderes Augenmerk wurde auf Fragen rund um Lieferketten und Freihandel gelegt und die Effekte, die Sanktionen in diesem Bereich haben. Neben ethisch-moralischen Fragestellungen wurden auch Sekundäreffekte auf jene Staaten, die Sanktionen verhängen, beleuchtet. Dr. Stephan Unger zeigte dabei anhand von Direktinvestitionsströmen auf Basis von Daten der Nationalbank die Ineffektivität von Sanktionen bei gleichzeitiger Selbstschädigung der heimischen Wirtschaft auf.

Weiters wurden empirische Studien vorgestellt, die die Auswirkungen staatlicher Regulierung beispielsweise in der Chip-Industrie betrachten. Es wurde eindrucksvoll gezeigt, dass durch Regulierung und Einführung von Zöllen die Kosten für den Endverbraucher steigen, während die Produktionskapazitäten negativ beeinflusst werden.

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Zum Abschluss der Konferenz gab Nationalbank Gouverneur Prof. Dr. Robert Holzmann mit seinem Vortrag über unkonventionelle Geldpolitik eine Übersicht über die Werkzeuge der EZB und OeNB.  Holzmann erläuterte deren Effektivität, aber auch Kritikpunkte in Bezug auf Geld- und Zinspolitik.

Ausgesuchte Paper werden in einem Konferenzband gesammelt, der demnächst im bookshop des Hayek Institut erhältlich sein wird.

Die Meinungen, die hier auf hayek-institut.at veröffentlicht wurden, entsprechen nicht notwendigerweise jenen des Hayek Instituts.

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